Mein Werdegang im Überblick
Playing professional
Als Amateur mit Plus-Handicap spielte ich in der 2. Bundesliga für den LGC St. Eurach, den GC Valley und den GC Ulm. Kurz nach dem Abitur in Penzberg in Bayern startete ich dann die Mission „Playing Professional“ und spielte zahlreiche Turniere auf der EPD Tour. Es gab viele großartige Momente und ein paar richtig tiefe Runden.
Nur hatte ich da ein kleines Problem: Mein Putter blieb leider oft eiskalt. Und weil man sich von „guten Tee Shots“ keine Miete bezahlt, habe ich irgendwann angefangen, nach einem Beruf zu suchen, der auch dann funktioniert, wenn der Putter mal wieder streikt.
Bachelor of Science
in Turfgrass Management & Science
In England habe ich am Myerscough College und an der UCLan University ein Studium gemacht, das ein ziemlich genialer Mix war. Viel Biologie, Bodenkunde und Pflanzenkunde, aber eben auch genau die Golfplatz-Themen, für die man morgens gerne aufsteht: Golfplatzbau, Pflege, Drainagen, Bewässerung und Maschinenkunde. Im Grunde eine Mischung aus Wissenschaft und Praxis, mit dem klaren Ziel, Golfplätze auf höchstem Niveau nachhaltig zu pflegen. Es hat riesigen Spaß gemacht.
Praktikum bei Engelmann Turf Care
Es war Zeit, das Greenkeeping-Handwerk auch praktisch zu lernen. Ich arbeitete als Greenkeeper im Golfclub Valley und im Golfclub Riem und habe außerdem immer wieder im Golfplatzbau mitgeholfen, zum Beispiel beim Bau der Anlage Golfcity Puchheim und im Golfclub Achental.
Greenkeeper im Australian Golf Club
In Australien sammelte ich meine erste Erfahrung auf einem Weltklasseplatz, der von Jack Nicklaus entworfen wurde, mitten im Herzen von Sydney. Gemeinsam bereiteten wir den Platz akribisch und bis ins Detail auf die bevorstehenden Australian Open vor, mit einem starken Teilnehmerfeld um Rory McIlroy und Adam Scott. Mit dabei war auch ein Newcomer namens Jordan Spieth, der das Turnier gewann und damit den Startschuss für seine steile Karriere setzte. Für mich war das außerdem die erste Begegnung mit Warmzonengräsern, denn die Fairways waren mit Bermudagrass eingesät.
Assistant Superintendent in Training
Als Assistant Superintendent in Training landete ich auf einem Weltklasseplatz im Mittleren Westen von Indiana, entworfen von Tom Fazio, und war erst mal ziemlich sprachlos, was bautechnisch alles möglich ist. Auf einer ehemaligen Kohlemine mit metertiefen Seen wurde dort ein unglaublich schoener Golfplatz aus dem Boden gestampft. Wir waren Austragungsort des Web.com Tour Finals, bei dem Smylie Kaufman gewann, und außerdem der BIG Ten Championship, einem der wichtigsten College-Events.
Der Alltag war allerdings kein Spaziergang. Wir gingen jeden Tag ans Limit, und ich habe dort zum ersten Mal wirklich verstanden, wie viele Stunden ein Tag haben kann. Kein Wunder, wir haben Tees, Fairways und Grüns teilweise per Hand bewässert. Das bedeutete nachmittags: Schlauch schnappen, schleppen, ziehen, fluchen, weiter schleppen, bis die Sonne unterging.
Das Verrueckte war, dass das Platzniveau trotzdem jeden einzelnen Tag herausragend war. Nicht manchmal. Nicht „wenn alles passt“. Sondern wirklich jeden Tag.
Master of Science
in Angewandter Ökologie
Nach meinem Aufenthalt in den USA wollte ich besser verstehen, wie sich Sportanlagen mit deutlich weniger Pestiziden managen lassen. Das funktioniert am besten mit integriertem Pflanzenschutz: Probleme vorbeugen, konsequent beobachten und erst dann eingreifen, wenn es wirklich noetig ist. Wenn Massnahmen erforderlich sind, kommen zuerst die wirksamsten und zugleich risikoaermeren Optionen, und Pestizide werden gezielt und sparsam eingesetzt.
Damit das gelingt, muss das Gesamtsystem stark sein. Also die richtige Grasart und Sortenwahl, eine stabile Bodenstruktur, saubere Drainage, gutes Wassermanagement, ausgewogene Düngung und Pflegepraktiken, die die Pflanze stärken statt sie dauerhaft zu stressen. Je stärker Pestizide eingeschraenkt sind, desto wichtiger wird es, diese Stellschrauben zu optimieren, damit Krankheiten, Unkräuter und Schädlinge gar nicht erst leichtes Spiel haben. Das ist komplex, aber genau darin liegt die größte Hebelwirkung.
Masterarbeit
Meine Masterarbeit schrieb ich in Dänemark in Zusammenarbeit mit einem Rasensaatgutproduzenten. Dabei ging es darum, Gräser gleichmäßig mit Red Thread (Laetisaria fuciformis) zu infizieren, um den Zuchtfortschritt verschiedener Sorten bewerten zu können.
Promotion in Rasen-Ökologie
Meine wohl lehrreichste Zeit begann an der Wageningen University in den Niederlanden, einer der fuehrenden Agraruniversitaeten der Welt. Als Doktorand ist man ploetzlich sehr eigenstaendig. Man verantwortet eigene Versuche, betreut Masterstudierende und ist viel unterwegs, auf Tagungen, Vortraegen und in Diskussionen mit anderen Fachleuten.
Ich habe mich regelrecht durch die wissenschaftliche Literatur gearbeitet, die zu großen Teilen auf Englisch erscheint, weil dort viele Projekte umfangreicher gefördert werden. Dieses strukturierte, faktenbasierte Arbeiten hat mich nachhaltig geprägt. Vor allem habe ich gelernt, dass echte Fortschritte auf höchstem Niveau fast nie allein entstehen. Sie entstehen, wenn Menschen ihr Wissen teilen, gemeinsam denken und konsequent zusammenarbeiten, um die nächsten Schritte möglich zu machen.
Hahn Turf Agronomy
Seit 2021 unterstütze ich Golfanlagen, Unternehmen und Verbände dabei, den nächsten Qualitätsschritt zu gehen, Prozesse zu schärfen und innovative Produkte zu entwickeln. Die Lernkurve war steil, und genau das macht es so spannend. Gemeinsam mit Greenkeepern und Managern setzen wir messbare Verbesserungen um, treffen smartere Investitionsentscheidungen und machen Golfplätze Jahr für Jahr spürbar besser.
Kooperation mit T.A.S
Seit letztem Jahr darf ich als Geschäftsführer die Region Zentral und Osteuropa bei TAS verantworten. Für mich ist das mehr als ein Job, denn hier kommt alles zusammen, wofür ich brenne: Golfplätze besser machen und Menschen dabei unterstützen, ihre Ziele zu erreichen.
TAS betreut über 120 Golfanlagen in ganz Europa, darunter Plätze, die den Ryder Cup, die Olympischen Spiele und Events der European Tour ausgetragen haben. Dieses Niveau ist kein Zufall. In unserem Team arbeiten ehemalige Head-Greenkeeper von Ryder-Cup-Plätzen, Bauleiter, Bewässerungsexperten und Wissenschaftler. Das bedeutet, wir bringen Praxis, Technik und Forschung an einen Tisch und finden Lösungen, die wirklich funktionieren.
Am wichtigsten ist für mich aber etwas anderes: Wir sind ein fröhliches, offenes und sympathisches Team. Wir packen an, hören zu und bleiben dran. Egal ob es um Spielqualität, Wasser, Krankheiten, Budget, Personal oder langfristige Investitionen geht, wir finden einen Weg. Es gibt kaum ein Problem, das wir nicht schon gesehen haben. Und wenn doch, dann sind wir genau die Richtigen, um es gemeinsam zu lösen.